21* Die Tür zur Offenbarung

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Wir erfinden, dichten und komponieren, wir texten, errechnen, machen Experimente, wir erzählen, malen und singen, in allem was wir tun erfahren wir, was Leben für uns bedeutet; tatsächlich, wenn wir in diesem Moment bewusst die Bedeutung erspüren können. Wir machen all das, was wir eben so tun, in Vorbereitung auf das, worüber wir wieder erfinden, dichten, komponieren… um dann wieder von den Erfahrungen zu erzählen… Ein ewiger Kreislauf, in dem die Menschen im Kreis laufen, rundherum, herum, herum, dideldum.
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Wir beobachten, erfassen und dokumentieren, wir kommentieren, erfragen und beantworten, wir beratschlagen, urteilen und verurteilen, wir kritisieren, lästern und ignorieren… in allem, was uns begegnet, in allen, in denen wir uns selbst begegnen, und die Zeit rennt und rennt, oder sind wir es, die rennen – durch die Zeit – vor uns selbst davon? Ist es das, – dieses unangenehme Gefühl, die Zeit rennt immer schneller, je älter wir werden? Weil wir alles Mögliche tun, aber nicht alles Wesentliche? Dem sogenannten Glück im Außen hinterher rennen und dadurch nagt im Inneren eine Unzufriedenheit?
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„Der ist der glücklichste Mensch, der das Ende seines Lebens mit dem Anfang in Verbindung setzen kann.“

Goethe
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Dann schließt sich der ewige Kreis, wo komme ich her, wo will ich hin, wo komme ich letztendlich an?
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„Red` nicht drum herum, komm auf den Punkt!“ Oje, hat es mich doch ebenso erwischt beim Schreiben. Ich versöhne mich mit mir selbst in diesem Punkt, mache einen gedanklichen Salto und lande punktgenau:
Was ist? Liebe ich, was ist? Was will ich wirklich? Warum ist es anders? Wer oder was lenkt mich ab?
Es geht also um Liebe. Mal wieder. Nein. Immer wieder. Es geht immer um die Liebe!
Gefühlt wie an einem Gummiband bin ich so oft vor mir selbst davon gelaufen, nur um nach der größtmöglichsten Anstrengung wieder zu mir zurück geholt zu werden, manchmal bin ich dabei richtig schön auf den Allerwertesten geflogen. Jetzt bleibe ich erst mal hier. Sehr entspannend! Betrachte und beobachte aus der Mitte heraus den Kreis. Integriere und erkenne an, füge zusammen, stelle an den richtigen Platz, vervollständige und offenbare…
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Das Leben wird transparent, durchsichtig, durchschaubar, das Innen und Außen synchron, je mehr Vergangenheit ich durchschaue, desto mehr Zukunft offenbart sich mir, desto mehr kann ich heute, hier und jetzt dafür tun, dass alles in meinem Leben rund läuft, und ich am Ende meines Lebens der glücklichste Mensch bin.
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Text 2015 © Simone Richter

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